Ein Tag bei uns im Naturgarten Sonnenkinder e.V.

Hallo, ich bin Hedwig die Waldeule. Ich

möchte euch ein wenig vom Naturgarten

Sonnenkinder erzählen.

 

Schon früh morgens, zwischen 7:30 Uhr und 8:30 kommen die Sonnenkinder, gut ausgerüstet mit

Matschhose, gutem Schuhwerk und Rucksack an die Weiherhütte. Die Kinder werden von den Erziehern und mir empfangen und verabschieden ihre Eltern. Diese dürfen aber auch gerne den Naturgarten mit uns erleben und gestalten, soweit es ihre Zeit erlaubt.

 

Wenn es morgens an der Weiherhütte noch sehr kalt ist, brennt schon ein kleines Feuer, an dem man sich wärmen kann. Bei starkem Regen jedoch, können es sich die Kinder in der beheizbaren Weiherhütte gemütlich machen. Dort befindet sich eine Kuschelecke mit Büchern und Bastel- und Malutensilien für die jungen Künstler. Jeder kann auf seine Art ankommen, und sucht sich seinen Platz, beobachtet oder spielt so manch phantasievolles Spiel - alleine oder in Gesellschaft.

Auch steht da ein Bollerwagen mit dem so allerlei Brauchbares transportiert werden kann. So wie ich es mit meinen Eulenaugen sehen konnte, wird dieser mit einem großen Wasserkanister und Lavaerde (statt Seife) zum Händewaschen, einem Handtuch und Werkzeug beladen. Besonders freue ich mich, wenn wir zu einem Ausflug aufbrechen und ich zwischen den Rucksäcken der Kinder sitzen darf.

 

Gegen 8:30 ertönt das Horn. Jetzt kommen alle zum Morgenkreis zusammen und auch ich darf dabei sein. Nach dem frühen Freispiel ist der Morgenkreis ein schöner Moment, um sich zu begegnen und gemeinsam in den Tag und ins Abenteuer zu starten. Nachdem jeder seinen Rucksack aufgesetzt hat, brechen wir auf in den Wald. Schon auf dem Weg dorthin gibt es viel zu entdecken. Wir kommen am Apfelbaum vorbei, an den Johannisbeeren und den Kirschbäumen und gelegentlich begrüßt uns ein Schaf. Der leicht ansteigende Weg wird mit einem wunderbaren, gar märchenhaften Ausblick belohnt.

 

Endlich geschafft! Der Platz empfängt uns mit all seinen Schätzen und ich suche mir einen Ast im Wald und schaue den Kindern beim Spielen und Arbeiten zu. Ein schöner Bauwagen steht am Waldesrand, vor ihm liegt die Sonnenwiese und dahinter erstreckt sich das malerische Renchtal.

Nun ist es Zeit zum Spielen und Toben, Forschen und Experimentieren, dem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen oder auch einfach nur vor sich hin zu träumen. Der Bauwagen dient vor allem als Unterschlupf bei richtig schlechtem Wetter und als Materiallager. Dort wird mit den Kindern der Obst- und Gemüseteller, je nach Jahreszeit auch mit Nüssen, zubereitet. Hier kann gemalt und gebastelt werden, jedoch ist der Wald das größte Atelier mit seinen bunten Blättern und Blüten, Stöcken und Rinden, Zapfen und Samen.

 

Hinter dem Bauwagen öffnet sich der Wald als unendlich gestaltbarer Spielraum. Hui! Hier verwandelt sich ein Baumstumpf zum Piratenschiff, dort entsteht eine Zauberküche mit allerei Leckereien, aus dem umgefallenen Baumstamm wird eine Hängebrücke und in einer Wurzelhöhle wird ein Zwergenstübchen eingerichtet. Die Kinder holen die Schaufeln oder anderes Werkzeug vom Bauwagen und machen sich ans Werk. Es gibt immer etwas zu tun! Das rege Spiel der Kinder wird auch nicht durch ein bisschen Regen unterbrochen, es schützt sie ein wasserdichtes Segel welches über den Waldplatz gespannt werden kann.

 

Gegen 11 Uhr wird das Horn wieder geblasen und die Kinder versammeln sich, nach dem Händewaschen, zum gemeinsamen Essen. Am liebsten würde ich jetzt mitnaschen. Knackige Äpfel, feine Möhren und Gurken und knuspriges Brot. Bestimmt kann ich da und dort ein Krümelchen abzwacken. Besonders freue ich mich, wenn die Gitarre überraschend ausgepackt wird und fröhliche Lieder ertönen. Man hört es durch den ganzen Wald. Manche Kinder musizieren dann mit ihren erfinderischen Waldinstrumenten mit.

 

Immer wieder wird auch der große, entdeckungsreiche Wald gemeinsam erkundet. Auch wurde ein Hügelbeet angelegt, in dem es so manches zu entdecken gibt. Im großen schlauen Buch kann gemeinsam mit einem Erzieher nachgeschlagen werden und so erfahren die Kinder allerlei Wissenswertes.

Mit Spannung erwarte ich immer die schönen Jahreskreisfeste im Wald, wenn alle Eltern und Kinder zusammenkommen, um am Lagerfeuer fröhlich zu feiern.

Zum letzten mal gegen 12 Uhr ertönt das Horn und ich weiß, dass die Zeit nun vorbei ist. Es beginnt das gemeinsame Aufräumen, denn ein jedes Ding hat seinen Platz. 

 

Nachdem das Abschlusslied erklingt, verabschieden sich alle vom Wald und beginnen den Abstieg zur Weiherhütte. Die gefundenen Schätze der Kinder, Glitzersteine, Kastanien, Zauberstäbe und vieles mehr, finden an manchen Tagen ihren Platz in der Hütte. Die Kinder sind müde aber zufrieden und entspannt. Das Leuchten in ihren Augen ist nicht zu übersehen.

Nachdem die ersten Kinder um 12:30 Uhr abgeholt werden, wird noch gemeinsam gespielt, gemalt oder einer Geschichte gelauscht bis um 13:30 Uhr der Naturgarten zu Ende ist.

 

So, liebe Eltern und Interessierte. Ich hoffe ich konnte euch mit meinem kleinen Bericht einen guten Einblick in den Naturgarten Sonnenkinder geben und verabschiede mich mit einem euligen "Huhuuu"!

 

 

 

 

 

Astrid Lindgren (Kinderbuchautorin) meinte:

„Kinder sollen mehr draußen spielen, als viele es heutzutage tun. Denn wenn man genug draußen spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein ganzes Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird. Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Inneren, an die man sich halten kann.